Ich weiß, dass ich nicht weiß! Viele andere noch weniger ...
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Hippie-Killer

Zähler / 1997

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Was ist ein Biker?
Geschrieben von: Frank Bick   
Die Frage was ein Biker oder ein Motorradfahrer eigentlich genau ist oder wer sich überhaupt so nennen darf, spaltet schon seit jeher die Zweirad-Gemeinde. Und wie immer bei solchen Fragen kommt es deshalb nicht zu einer Lösung, weil die Beantwortung gar nicht möglich ist, es sei denn man würde die Begriffe definieren. Betrachtet man die "Szene" aber einmal analytisch, so kann zuerst zwischen Fahrern und Besitzern unterschieden werden. Betrachtet man dann noch die Motive der Fahrt und die Motive des Besitzens, so zeichnet sich schon die Vielfalt der Szene ab. Tabellarisch könnte es so aufgestellt werden:
Fahrer
Besitzer
Alltag
Sammler
- Arbeitsweg
- Wertanlage
- Mobilität allgemein
- Konsumfreude
- Dienst
- interessante Aufgabe
- Wettbewerb
- Community
- Statussymbol
- Statussymbol
Freizeit
Schrauber
- Sonntagsfahrer
- Selbstbestätigung
- Tourer
- Technisches Interesse
- Sportfahrer
- körperliche Betätigung
- Caféracer
- Customizing als Kunstform
- Statussymbol
- Statussymbol
-
Händler

- Kapitalanlage

- Statussymbol
Schon diese recht ungenaue Einteilung verdeutlicht wie schwer es ist, den Begriff des Bikers oder Motorradfahrers zu fassen. Die Möglichkeit aber, das Fahrzeug im AlltagGuck mal womit dieser Banker, Politiker, Geschäftsmann da fährt, der hat es geschafft wie in der FreizeitHaste was biste was ist das Motto beim Caféracer oder PS beim Sportler, wie Du so fährst ist egal, kann ja eh keiner sehen, bei SammlerWahnsinn, dass sind alles Deine Mopeds,was kann man damit eigentlich machen?, SchrauberKlasse, diesen Motor hast Du ganz allein aufgebaut! Du bist ein Genie! oder HändlerDas sind alles meine Fahrzeuge, sie sehen also schon bereits daran, ich habe Ahnung, bin einer von Euch und natürlich COOL als Statussymbol zu sehen, zeigt dass ein Motorrad ist in erster Linie das Selbstwertgefühl der Fahrer und Besitzer aufwertet. Daher folglich die ständige Diskussion ums beste Prinzip, Marke oder Modell, aber vielleicht erklärt dies auch den Rückgang der Zulassungszahlen in den letzten Jahren. Die nachrückenden Generationen können sich mit den Eisenhaufen in der Menge auf dem Markt (und im Stau) nicht mehr profilieren, jeder Idiot hat schließlich heutzutage irgendwo eine BMW GS oder eine Harley-Davidson. Das erklärt auch den aufkommenden Customizing-Markt, die letzte Chance sich ein wenig von der riesigen Zweirad-Angeber-Konkurrenz abzusetzen. Und eins scheint klar wenn man den Studien zum Kaufverhalten glauben darf, je kleiner das Selbstwertgefühl, desto größer die Fahrzeuge, desto böser der Auftritt und desto größer die Sammlung. Also irgendwie verliert man so doch glatt die Lust Biker zu sein, oder Motorradfahrer, oder ...