| Ostsee xChallenge 10 |
| Geschrieben von: Frank Bick |
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Die zweite Tour mit der 2009 erworbenen BMW G 650 Xchallenge steht an. Geplant ist eine Reise entlang der Ostsee. Grund für diese Strecke ist zum einen, dass ich in den Sommerferien frei habe und mit hohen Temperaturen und vielen Touristen rechnen muss (da wäre Süden zu unangenehm), zum anderen die Möglichkeit in Skandinavien ein wenig Pisten zu fahren. Die BMW ist größtenteils ausgestattet, lediglich bei Navigation und Gepäck kommt es zur Erweiterung. Die Grundausstattung wie Koffer wurde bereits in den Artikeln BMW G 650 X sowie Alpen xChallenge 09 beschrieben. Bei der Touratech GmbH habe ich ein Garmin Zumo 660 mit abschließbarer Halterung erworben. Wie die Fotos es zeigen, werden die Armaturen der BMW nicht verdeckt und das Gerät ist mühelos zu erreichen und gut zu erkennen. Die Sicherung des Gerätes eignet sich nur gegen Gelegenheitsdiebe z.B. beim Tanken. Wer einen Schraubendreher dabei hat, kann den Bügel mühelos aufhebeln. Bei der xChallenge vibriert das Gerät während Stillstand und Fahrt nicht sichtbar, man fühlt lediglich bei Berührung feine Vibrationen. Abfahrt 11:00 Uhr: 30.07. 2010 Die ersten 3.300km Landstraße sind gefahren. Da es ums Fahren geht, meiden wir Autobahn und fahren nur auf Landstraßen. Es ging von Wesel nach Wilhelmshaven, weiter nach Fehmarn. Über Dänemarks Inland nach Schweden, erster Camping Almhült. Die Route bestimmte im wesentlichen das Navi, die Einstellung >Autobahn meiden, kürzeste Strecke< führt zu interessanten Strecken. Auf dem Camping in Schweden stellten sich die ersten Probleme ein. Volker hat für seine erste Motorradreise eine F 650 in der BMW Niederlassung Essen erworben. Obwohl das Fahrzeug frisch aus der Inspektion kam und bekannt war dass eine Reise anstand, wurde er nicht auf die defekte Kette hingewiesen. Weiterhin behauptete der Verkäufer das Fahrzeug sei mit einem Hepco-Becker Träger ausgerüstet, der sich nach der Ersteigerung von Koffern als Touratech herausstellte, so dass andere Koffer besorgt werden mussten. Grausam. Peinlich. Willkommen im Glaspalast mit Hausbank und lustlosen Verkäufern. Weiter ging die Fahrt nun hinauf Richtung Norden. Von Almhült nach Kalmar ans Meer und dann nordwärts, nördlichster Punkt war Luleå, dann ging es ins Inland in die Fjällgegenden, die weitaus spannender zu fahren sind. Dort gibt es Kurven, Aussichten aber auch Mücken und Kälte. Daher habe ich auch zweimal in Hütten übernachtet. Volker hatte in Sundsvall einen Unfall und ist nach Hause gefahren, auch wieder mit dem ADAC. Alle Fotos von der Reise wurden mit einer empfehlenswerten Canon G11 (gesponsert von doctosse.de) gemacht. Insgesamt wurden 4.400km gefahren, wovon lediglich 400km auf Autobahnstrecken entfielen. Man bekommt auf diese Weise einen schönen Eindruck von Land, Leuten und Lebensweise und sieht nicht nur einzelne Orte wie bei der öden Fahrt über die eh immer volle Autobahn. Die xChallenge bereitete keine Probleme, verbrauchte kein Öl und im Durchschnitt 3,5l/100km, Tachostand 15.000km. Das Garmin Zumo führte erfolgreich über alle Landstraßen, wenn man sich an die Bedienung gewöhnt hat, findet man Tankstellen, Campingplätze und Sehenswürdigkeiten immer zur richtigen Zeit. Das 1-Personen-Zelt Hogan Ultralight Argon von VAUDE ist sturmfest und wasserdicht, bei längeren Phasen mit nasser Witterung aber zu klein, daher eher für den Süden Europas und Afrika zu empfehlen. Zwei Ausrüstungsgegenstände waren defekt, ein Benzinkanister und ein Sitzkissen von Primus. Was die Benzinkanister betrifft, so muss man beachten den innenliegenden Einfüllstutzen eingesetzt zu lassen, ansonsten sind die u. a. von Touratech vertriebenen Behälter nicht dicht. Zudem würde ich in Zukunft Ersatzdichtungen mitnehmen, in manchen Situationen kann ein undichter Kanister zu schweren Problemen führen. Der Kundendienst von Touratech lieferte nach der Reise Viton O-Ringe mit 17mm Außendurchmesser und 2,5mm Stärke, diese O-Ringe funktionieren und machen einen stabileren Eindruck als die originalen Dichtungen. Fazit der Tour: Eine interessante Strecke, durch Meer, Fähren und Fjäll und das ausschließliche fahren von Landstraßen gut zu machen. Von Motorrad-Abenteuer kann man bei den freundlichen, hilfsbereiten und todlangweiligen Schweden und gut ausgebauten Straßen nicht sprechen. Eine gute Einsteiger- oder Anfängertour.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. August 2010 um 07:11 Uhr |